Judo - was ist das?

Judo kommt aus dem Japanischen und bedeutet "der sanfte Weg". Judo ist eine Kampfkunst, die 1882 von dem Japaner Jigoro Kano aus anderen bestehenden fernöstlichen Kampfkünsten entwickelt wurde, die in Vergessenheit zu geraten drohten. Kano war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt. Dabei wollte Kano weniger die kriegerischen Aspekte und Härte der vorhandenen Kampfkünste in den Vordergrund stellen, als vielmehr auch weichere Aspekte wie Siegen durch Nachgeben, Charakter und Persönlichkeitsbildung. Er war bemüht die Kriegskunst durch das Do (s.u.) zu ersetzen und eine Kampfkunst zu lehren, die auch als Lebensweg zu verstanden war.
In den Folgejahren entwickelte Kano das Judo kontinuierlich weiter. Seine Judo Schule nannte er Kodokan, was übersetzt Schule zum Studium des Weges bedeutet.

Jigoro Kano, der Begründer des Judo, 1860-1938   
   Das Bild zeigt den Japanischen Schriftzug für Judo.
Ju bedeutet sanft, weich, geschmeidig, nachgiebig.
Do bedeutet steht für einen Begriff im Sinne von Weg, Pfad, Grundsatz, Lehre, Philosophie, Prinzip.

Es war übrigens ein aus dem deutschen Bietigheim stammender Mediziner namens Erwin Baelz, der Jigiro Kano anregte, Judo zu gründen. Baelz war zwischen 1876 und 1905 Professor an der kaiserlichen Universität in Tokio und gleichzeitig einer der kaiserlichen Leibärzte. Einer seiner Schüler war Jigiro Kano. Man kann also sagen, ohne die Schwaben gäbe es kein Judo.


Verbreitung des Judo
Bereits 1890 wurde Kanos System von offiziellen Stellen in die Erziehungsprogramme von japanischen Schulen übernommen. 1908 wurde es Pflichtfach an allen japanischen Mittelschulen.
1901 wurde Judo erstmals in Europa, in London vorgestellt. 1906 eröffnete Erich Rahn die erste deutsche Judo Schule. 1933 entstand der deutsche Judo Ring, der 1953 in den deutschen Judo Bund umbenannt wurde.
1951 gab es die erste Weltmeisterschaft, 1964 war Judo zum ersten Mal olympisch.

In Asperg gibt es Judo seit 1967.

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